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Das Gelände der Colonia Dignidad, heute "Villa Baviera". (Bild: Xarucoponce/Wikimedia)

Friedrich Straetmanns, MdB

Die Aufarbeitung der Verbrechen der Colonia Dignidad muss weiter gehen

„Ich bin froh, dass wir nach fast drei Jahren intensiver Arbeit, die Höhen und Tiefen hatte, einen gemeinsamen Bilanzbericht vorlegen können, der vor allem eines feststellt: Die Aufarbeitung der Verbrechen der „Colonia Dignidad“ muss auch in der kommenden Wahlperiode weitergehen“, erklärt Friedrich Straetmanns, der Vertreter der Fraktion DIE LINKE in der gemeinsame Kommission von Bundestag und Bundesregierung (GK) zur Aufarbeitung der Verbrechen der „Colonia Dignidad“. Straetmanns weiter:

„Die Bilanz bei der Aufarbeitung der Verbrechen der Colonia Dignidad fällt gemischt aus. Das Antragsverfahren zum Hilfsfonds kam und kommt, trotz Pandemie, gut voran. Mittlerweile konnten fast alle Anträge der eindeutigen Opfer bearbeitet und bereits ein Großteil der Hilfsgelder ausgezahlt werden. Damit wurde ein zentraler Punkt des einstimmigen Bundestagsbeschlusses von 2017 weitgehend eingelöst.

Offen ist die Ausgestaltung des Fonds „Pflege und Alter“, um die wir uns in der kommenden Wahlperiode kümmern müssen. Auch bei einigen anderen Aspekten der Aufarbeitung gibt es noch viel zu tun. Hier muss jetzt vor allem der Fokus in der Errichtung einer Gedenkstätte und eines Dokumentationszentrums auf dem Gelände der Colonia Dignidad, sowie bei der Unterstützung der Opfer in ihren Bemühungen mehr Transparenz und demokratische Kontrolle in das Firmengeflecht der Colonia Dignidad und ihrer Nachfolgestruktur „Villa Baviera“ zu bringen, liegen. Insbesondere die Klärung der Besitz- und Eigentumsverhältnisse kam in den letzten Jahren kein Stück voran.

Als Skandal empfinde ich, dass acht chilenische Missbrauchsopfer, trotz eines rechtskräftigen Urteils und einer Vereinbarung aus dem Jahr 2009, bis zum heutigen Tag die ihnen zustehenden Entschädigungszahlungen nicht erhalten haben, weil das Direktorium der Firmen der „Villa Baviera“ dies seit Jahren erfolgreich verhindert. Hier erwarte ich ganz klar mehr Druck von Seiten der Bundesregierung.“


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