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ICE für ganz Ostwestfalen-Lippe? (Foto: marvinw04/pixabay.com)

Pressemitteilung Friedrich Straetmanns, MdB

ICE-Strecke Bielefeld-Hannover: den Nahverkehr in OWL mitbedenken!

Die Bundesregierung will in diesem Jahr ein Grobkonzept für den Planungsdialog zum Deutschlandtakt vorlegen. Erst dann werden Bürgerinitiativen, Kommunalpolitik und Umweltverbände ihre Bedenken zu den Auswirkungen der geplanten Schnellbahntrasse zwischen Hannover und Bielefeld einbringen können. Dabei ist die Kritik an einer neuen ICE Strecke schon mit Veröffentlichung der Pläne im Bundesverkehrsplan sehr deutlich geworden. Friedrich Straetmanns, Bundestagsabgeordneter für die Region Ostwestfalen-Lippe, erklärt dazu:

 

„Die Region Ostwestfalen-Lippe hat sich zu einem sehr bedeutenden Wirtschaftsstandort entwickelt. Eine neue Trasse nach Hannover könnte die ausgelasteten Verbindungen nach Hannover und Berlin prinzipiell gut ergänzen, allerdings werden die Planungen der Bundesregierung den realen Umständen unserer Region nicht gerecht.

Zentral ist die Zuverlässigkeit des Bahnknotens in Hannover. Die aktuelle Fahrzeit zwischen Bielefeld und Hannover beträgt 50 Minuten. Eine Fahrzeitverkürzung um knapp 10 Minuten würde ausreichen, um die Strecke in Hannover viertelstündlich zu bedienen und eine sichere Umsteigezeit zu generieren. Die Bestandsstrecke ist zwischen Bielefeld und hinter Bückeburg nur mit 160 km/h befahrbar. Hier gibt es mit einem Ausbau genügend Fahrzeitreserven.

Eine Neubaustrecke für nur zwei Zugpaare je Stunde greift stark in die Natur ein und dürfte wegen großer Tunnelanteile extrem teuer werden. Auf der anderen Seite ist die Erschließung der ländlichen Räume in Ostwestfalen-Lippe wenig ausgeprägt. Hier warten Strecken auf ihre Reaktivierung. Sie hätten sogar Entlastungsfunktion für das Netz des Deutschlandtaktes. Dazu gehört vor allem Bünde – Bassum.

Ohnehin ist die Fahrzeitverkürzung, die mit dem Deutschlandtakt beabsichtigt wird, ein schwaches Argument: die Deutsche Bahn plant bis zum Jahr 2023 eine Verdopplung der ICEHalte in Bielefeld sowie eine halbstündliche Taktung der Bielefeld-Hannover-Verbindungen. Der Halbstundentakt ist somit auch auf Bestandsstrecken realisierbar. Damit dieser aber fließend funktioniert, ist eine viel stärkere Beachtung des Nahverkehrs notwendig! Wer aber keine gute Anbindung aus den ländlichen Bereichen von OstwestfalenLippe hat, zum Beispiel aus dem lippischen Kalletal oder aus Spenge bei Bielefeld, dem nützt auch eine um einige Minuten schnellere ICE-Verbindung ab Bielefeld nichts.

Der Deutschlandtakt ist ein guter Ansatz. In zahlreichen europäischen Ländern ist der Bahnverkehr bereits systematisch getaktet, Deutschland hinkt in der infrastrukturellen Entwicklung stark hinterher.

Allerdings wird die ökologische Wende nicht gelingen, wenn auch die Verkehrsanbindungen nicht von unten nach oben, sondern von oben nach unten gedacht werden. Die bestehenden Streckenverläufe müssen bestmöglich genutzt, neue Trassen nur auf nicht erschlossenen Verläufen gebaut und der Nahverkehr viel stärker ausgebaut werden! Von einem Deutschlandtakt muss auch ganz Deutschland – Stadt und Land – profitieren!“


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