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Bahntrasse (Foto: KIMDAEJEUNG/pixabay.com, lizenzfrei)

Pressemitteilung Friedrich Straetmanns, MdB

Investitionen in den ÖPNV statt Ausbau der B61!

Mit einem offenen Brief wendet sich der Bielefelder Bundestagsabgeordnete Friedrich Straetmanns an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und fordert dort mehr Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr statt in den Ausbau der B61.

Der offene Brief vom 15. Oktober 2016:

Der Bundesverkehrswegeplan 2030 sieht eine Erweiterung der Bundesstraße 61 auf vier Fahrstreifen auf einer Streckenlänge von 5,2 Kilometern zwischen Bielefeld und dem Kreis Gütersloh vor. Die Kosten belaufen sich auf über 20 Millionen Euro. Begründet wird die Maßnahme mit der Überbelastung des Abschnitts durch täglich rund 20.000 verkehrende Kraftfahrzeuge.

Gegen diesen Ausbau haben erst kürzlich mehr als 2.000 Menschen in Ostwestfalen-Lippe demonstriert.
Den vorgesehenen Eingriff werten Bürgerinnen und Bürger angesichts der Umweltschäden als unverhältnismäßig; das Verkehrsproblem wird hierdurch nicht löst und die Folgen des Ausbaus für Mensch und Natur erscheinen untragbar. Diese Position ergibt sich unter Berücksichtigung folgender Abwägungen:

Die Gemeinschaft „Bürger für Ummeln“ zählte bei einer Umgehung des betroffenen Abschnitts rund 500 Linden, die für den vierspurigen Ausbau gefällt werden müssten. Für die zum Ausgleich des CO²-Werts dieser Bäume notwendige Neubepflanzung mangelt es nicht nur an Fläche, sondern auch an Zeit:

Erst vor wenigen Wochen erkundigte ich mich bei Erhard Oehle, Leiter des Forstbezirks Bielefeld, nach dem Zustand der heimischen Wälder. Seine Feststellung, dass sich die Bäume in einem Überlebenskampf befinden oder bereits aufgegeben haben, führte zur Schlussfolgerung, dass die Natur sich bei den klimatischen Bedingungen kaum von alleine erholen wird. Es gibt somit immer weniger Bäume, die noch einen Betrag zum klimatischen Gleichgewicht erbringen können. Wenn der derzeitige Baumbestand erhalten wird, ist der bereits eingetretene Schaden somit längst nicht ausgeglichen. Es müssen dringend zusätzliche Bäume gepflanzt werden. Vor diesem Hintergrund Pläne für die Erweiterung von Straßen zu verwirklichen, die die Fällung von gesunden, schadstoffausgleichenden Bäumen zur Folge haben, ist verantwortungslos.
Daneben gibt es berechtigte Zweifel an der Notwendigkeit des Ausbaus für die Verkehrsentlastung. Abhilfen für das erhöhte Verkehrsaufkommen können allein der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, Investitionen in mehr Rad- und Fußgängerwege sowie in bessere kommunale Verkehrsplanung sein.

Die Erweiterung auf vier Fahrspuren verteilt zwar die rund 20.000 Fahrzeuge auf mehr Fläche, reduziert diese aber nicht. Als Arbeits- und Wissenschaftsstandort ist es insbesondere für die Stadt Bielefeld und die umliegenden Kreise überaus wichtig, den Verkehr von der Straße auf Rad und Schiene zu verlagern. Den Bürgerinnen und Bürgern müssen klimafreundliche und zeitsparende Alternativen der Mobilität angeboten werden. Diese sind in Ostwestfalen-Lippe nicht annähernd ausreichend vorhanden.

Als politischer Vertreter der Menschen in Ostwestfalen-Lippe bitte ich Sie daher, die Pläne für den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 61 zu verwerfen und stattdessen prüfen zu lassen, ob die hierfür vorgesehenen Mittel für den Ausbau des Schienennetzes, für Rad- und Fußgängerwege genutzt werden können.

Mit freundlichen Grüßen
Friedrich Straetmanns, MdB


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