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Ich im Bundestag.

Alex Sascha Voth

Mein Praktikum im Bürgerbüro Lemgo - Koordinationsstelle zwischen dem „Raumschiff“ Bundestag und der Heimat OWL

Gruppenfoto auf dem Reichstagsgebäude. (Bild: Deutscher Bundestag)
Im Gespräch mit Friedrich Streatmanns, MdB.

Vom 10.09. bis zum 7.10.2018 absolvierte ich ein freiwilliges Praktikum im Bürgerbüro Lemgo, an der Breiten Straße 61. Dort konnte ich wichtige Erfahrungen bezüglich der Arbeit eines Abgeordneten in seinem Wahlkreis sammeln. Der folgende Bericht soll einen Einblick in die Arbeit eines Bürgerbüros gewähren und darstellen wie die Verzahnung zwischen den Abgeordnetenbüro in Berlin und den jeweiligen Wahlkreis- bzw. Bürgerbüros in OWL funktioniert. Ebenso soll der Bericht ermutigen, sich um eine freiwillige oder verpflichtende Praktikumsstelle bei Friedrich Straetmanns zu bewerben und die Möglichkeit eines tiefen Einblicks in die Arbeit eines Abgeordneten zu nutzen. Zunächst werde ich beschreiben wieso ich mich für ein Praktikum bei Friedrich Straetmanns entschieden habe.

 

Der Weg ins Praktikum

Die Idee, sich bei einem MdB zu bewerben, kam aufgrund eines Gesprächs mit einem Tutor an der Universität Bielefeld am 18. Mai 2018 auf. Dieser erzählte mir, dass er für sein Studium ein Pflichtpraktikum bei einem Abgeordneten in Berlin absolvieren konnte. Mir war bewusst, dass manche Abgeordnete Praktika anbieten und so entschloss ich, eine Bewerbung per Mail an das Berliner Büro zu senden. Die Antwort erfolgte am 4. Juni von Kristina Rein. Kristina schilderte in ihrer Mail, dass die Kapazitäten für ein Praktikum in Berlin nicht ausreichten und schlug mir stattdessen vor, das Praktikum in Lemgo zu absolvieren. Die Idee fand ich gut, sodass ich diesem Vorschlag folgte. Praktika bei Bundestagsabgeordneten werden von der Bundestagsverwaltung organisiert. Sie ist für das Bürokratische wie dem Praktikumsvertrag verantwortlich. Am 7. August übersendete mir Gisela Schröer, die Mitarbeiterin im Berliner Büro, den Praktikumsvertrag per Mail zu. Diesen habe ich mit den wichtigsten Informationen ausgefüllt, damit Giesela den Vertrag an Friedrich weitergeben konnte. Am 10. August wurde der Vertrag von Friedrich unterschrieben und mir zugesendet, sodass dieser der Bundestagsverwaltung weitergeleitet werden konnte.

Am 23. August schließlich schickte ich der Bundestagsverwaltung einige Dokumente wie eine Immatrikulationsbescheinigung zu. Im Unterschied zu Praktika in anderen Einrichtungen oder Behörden wie Stadtverwaltungen, Amtsgerichten oder Unternehmen wurde das Praktikum vergütet, was besonders für Studenten einen Anreiz darstellt. Im Vordergrund sollte jedoch immer ein politisches Interesse stehen sowie die Neugier, parlamentarische Arbeit von Abgeordneten nachvollziehen zu wollen. Nachdem die Bürokratie abgeschlossen war, konnte ich am 10. September das Praktikum beginnen. Die folgenden Abschnitte des Berichts werden meine verschiedenen Tätigkeiten sowie meine Begleitungen von Friedrich und seinen Mitarbeitern in verschiedenen Einrichtungen beschreiben. Somit soll deutlich werden wie vielfältig und abwechslungsreich die Arbeit für einen Politiker sein kann.

Woche 1 (10.09.-16.09.) – Erster auswärtiger Termin und Start in Lemgo

Das Praktikum begann an der Fachhochschule Bielefeld, unweit der Universität Bielefeld. Dort fand am 10.09. die dritte gemeinsame Tagung der westfälisch-lippischen Regionalräte statt. Regionalräte sind bei den Bezirksregierungen untergeordnete, kommunal besetzte Gremien, welche über regional wichtige Entwicklungen in Bereichen wie Verkehr, Infrastruktur, Gesundheit etc. beraten. Anwesend waren die Regionalräte der Bezirksregierungen Detmold, Münster und Arnsberg. Das Thema lautete: „Gesundheit digital? – Neue Herausforderungen und Chancen für die Regionen“. Gäste waren unter anderem der Staatssekretär des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Edmund Heller, sowie die Regierungspräsidentin der Bezirksregierung Detmold, Frau Marianne Thomann-Stahl. Verschiedene Vorträge von Geschäftsführern bis Vorsitzende von Regionalräten sollten Einblicke in das Thema Gesundheit und Digitalisierung bringen. Es wurde über die Problematik des Fachkräftemangels in der Pflege diskutiert sowie über neue digitale Möglichkeiten wie die Tele-Medizin. Da an diesem Tag Sitzungswoche des deutschen Bundestages war, konnte Friedrich nicht persönlich an der Tagung teilnehmen. Hier zeigt sich eine erste wichtige Tätigkeit von seinen Mitarbeitern in OWL: Die Teilnahme an Veranstaltungen in Sitzungswochen sowie das Berichten der Themen und Diskussionen an diesen Terminen ermöglicht es Friedrich an Informationen zu gelangen auch wenn er selbst nicht in OWL sein kann. Es zeigt sich auch wie wichtig die Kommunikation zwischen dem Berliner Büros und den Büros in OWL ist. Stichwort Kommunikation: An jedem Montag findet in Sitzungswochen eine Telefonkonferenz statt an der jedes Büro beteiligt ist. Die Konferenz dient der Absprache zwischen den Büros in Berlin und in OWL und bietet die Möglichkeit über besuchte Veranstaltungen zu berichten. Am Ende der Tagung sprachen ich und Kristina mit Christina Weng, SPD Landtagsabgeordnete aus Minden-Lübbecke, welche uns ihre Ansichten der Tagung verriet. Als Fachkrankenschwester weiß sie über die vielen Probleme, die im Gesundheitsbereich beklagt werden. Ich und Kristina kritisierten, dass während der Tagung der Eindruck vermittelt wurde, dass die Digitalisierung als Allheilmittel der Pflegeproblematik gesehen wurde, ohne jedoch an strukturelle Probleme zu denken wie beispielsweise ein Personalschlüssel oder bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung der in den Gesundheitseinrichtungen Beschäftigten. Nichtsdestotrotz konnte man viele interessante Eindrücke aus der Tagung mitnehmen. Ebenso trifft man häufig auf viele interessante Leute, aus Politik und Wirtschaft, welche solche Einladungen wahrnehmen. Dies macht solche Besuche enorm spannend. 

Am 11.09. startete dann das Praktikum im Bürgerbüro in Lemgo. Dieses befindet sich unweit vom Bahnhof und ist von Bielefeld Hauptbahnhof ausgehend mit der RB 73 innerhalb von 40 Minuten zu erreichen. Von Kristina habe ich die Aufgabe bekommen, den aktuellen Stand des öffentlichen Personennahverkehr in OWL tabellarisch zu dokumentieren. Denn will man politische Forderungen stellen muss man zunächst wissen wie der aktuelle Stand in einem bestimmten Gebiet ist. Dies ist einer der wichtigsten Aufgaben der Mitarbeiter: Probleme in OWL zu erkennen und an politischen Forderungen zu arbeiten, welche Friedrich dann nach Berlin tragen kann. In Absprache mit Kristina erstellte ich ein Anschreiben mit sechs Fragen, welche ich an verschiedene Kreis-und Stadtverwaltungen in OWL gesendet habe. Die Fragen beinhalteten rein deskriptiven Charakter wie die Bitte der Benennung der Anzahl der Bahn-bzw. Buslinien sowie die Aufzählung von den in den jeweiligen Gebieten tätigen Verkehrsunternehmen sowie strukturelle Fragen, also in welchem Rahmen die Organisation des ÖPNVs organisiert wird. Wichtig war auch die Frage nach dem Angebot eines Sozial- bzw. Azubitickets, als auch anstehende Bauprojekte bzw. Modernisierungen des ÖPNV. Dieses Schreiben wurde natürlich im Namen von Friedrich Straetmanns erstellt, der als Bundestagsabgeordneter OWL als Region in NRW vertritt. Die ÖPNV-Anfrage war eine langfristig angedachte Aufgabe. Dies hat den Vorteil, dass man auch als Praktikant direkt von den Mitarbeitern eingebunden wird. Man fühlt sich sofort gebraucht was für eine enorme Motivation sorgt. 

Im weiteren Verlauf der Woche arbeitete ich neben der Erstellung der ÖPNV-Tabelle am Pressespiegel. Der Pressespiegel ist auf der offiziellen Seite von Friedrich Straetmanns zu finden und ermöglicht es Menschen, die keinen Zugang zu Tageszeitungen haben, trotzdem informiert zu bleiben. Ich besichtigte die LZ, die Tageszeitung aus Lippe, und suchte nach für OWL interessanten Artikeln. Diese werden dann umgeschrieben und im Rahmen des Pressespiegels auf der Seite veröffentlicht. Kristina schreibt jeden Tag den Spiegel für die Seite und ermöglicht so einen Informationspool für Menschen aus OWL. Manchmal gibt es auch Anliegen aus den Kreisverbänden. Friedrich hat als Abgeordneter eine Ausstrahlungskraft und ist dementsprechend erster Ansprechpartner für Informationsveranstaltungen oder Podiumsdiskussionen. Ich habe bekannte Personen aus der Partei DIE LINKE neben Friedrich Straetmanns aufgesucht und in einer Liste zusammengefasst, damit Kristina diese dann kontaktieren kann. Solche Anfragen aus Kreisverbänden sind wichtig, um die Verbindung zwischen Fraktion und Partei zu festigen. Auch bei Anliegen einzelner Parteimitglieder hat man zu reagieren. So wollte ein Mitglied aus dem Kreisverband Bielefeld auf einen Text der Zeitschrift „Luxemburg“, welche von der Rosa-Luxemburg-Stiftung herausgegeben wird, aufmerksam machen. Der Text handelte von einer Analyse des Erstarkens von Rechtspopulisten. Ich habe diesen Text für Kristina zusammengefasst, um sie so ein wenig zu entlasten. Zusammenfassend ist zu sagen, dass ich in der ersten Woche erste wichtige, gute Erkenntnisse über die Arbeit eines Bürgerbüros sammeln konnte. Kristina hat mir alles gut erklärt und dafür gesorgt, dass ich während der Woche mindestens immer eine Aufgabe erledigen konnte. 

Woche 2 (17.09.-23.09.) – Besuch des Kreisverbandes Paderborn und erster Termin mit Friedrich

Am 19.09. fuhr ich nach Paderborn, um das Bürgerbüro an der Ferdinandstraße kennenzulernen. Dort traf ich auf Manuel Leyva, den Mitarbeiter des Büros. Manuel zeigte mir das Büro und erklärte seine Aufgaben. Er ist unter anderem für das „Marketing“ von Friedrich verantwortlich, das heißt, er begleitet ihn zu Veranstaltungen und dreht anschließend kurze Videos, welche dann auf den sozialen Medien veröffentlicht werden. Selbstverständlich verfügt Friedrich Straetmanns über Accounts auf Facebook und Twitter. Dies ist in unserer heutigen schnelllebigen Welt zu einer Normalität geworden. Manuel veröffentlicht auch Texte und Mitteilungen auf der offiziellen Homepage von Friedrich beziehungsweise übernimmt bereits geschriebene Texte von anderen Bürgerbüros, um sie dann weiterzubearbeiten. Des Weiteren sprachen wir über die Idee von Kristina, auf der Homepage eine weitere Rubrik „Praktikum“ zu eröffnen, welche allen interessierten Menschen einen Einblick in ein Praktikum bei einem Politiker gewährleisten sollte. Angelehnt an die die Rubrik „Der Praktikumsblog“ auf der Homepage der Bundestagsabgeordneten Kathrin Vogler wollen wir auf der Seite von Friedrich Werbung für ein Praktikum in einem seiner Wahlkreis-und Bürgerbüros machen. Man muss bedenken, dass die aktuelle Wahlperiode, die erste von Friedrich Straetmanns ist. Als „Neuling“ ist eine ständige Präsenz sowohl im politischen Berlin als auch im Wahlkreis von besonderer Wichtigkeit. Praktika bieten dafür einen kleinen, aber nicht zu unterschätzenden Beitrag für die Öffentlichkeitsarbeit eines Abgeordneten. Abschließend sprachen wir noch ein wenig über die Arbeit des Kreisverbandes Paderborn sowie über die Rolle der Linkspartei in OWL insgesamt. Der Tag in Paderborn war eine optimale Gelegenheit, über seinen eigenen Kreisverband hinaus engagierte Mitglieder kennenzulernen.

In den nächsten Tagen arbeitete ich in Lemgo weiter. Es kamen bereits erste Antworten aus der ÖPNV-Anfrage an. Manche Verwaltungen antworteten per Mail, andere postalisch. Ich integrierte die Antworten in die dafür bereits angefertigte Tabelle und konnte bald erste Tendenzen bezüglich des ÖPNV in OWL erkennen. Es war beispielsweise interessant zu beobachten, dass die verschiedenen Kreise und Städte unterschiedliche Preise für die Azubi- beziehungsweise Sozialtickets angeboten haben. Die Region OWL als enorm vielschichtige Region besteht sowohl aus Großstädten wie Bielefeld als auch sehr ländlichen Regionen wie dem Kreis Höxter oder dem Kreis Minden-Lübbecke. Dies sorgt zwangsmäßig für unterschiedliche strukturelle Gegebenheiten wie eben im öffentlichen Personennahverkehr. Eine meiner weiteren Tätigkeiten war das Schreiben von Pressemitteilungen. Diese werden ebenfalls auf der Seite von Friedrich veröffentlicht und an Tageszeitungen in OWL versendet. Manchmal erscheint auch ein kleiner Artikel in der Lokalseite, oder, wenn man Glück hat, ein größerer Text mit Bild. Pressemitteilungen ermöglichen es einer breiten Öffentlichkeit, den Standpunkt „ihres“ Abgeordneten über ein bestimmtes Thema zu erfahren. Somit soll auch deutlich gemacht werden, dass ein Abgeordneter immer „up-to-date“ ist, was in der von ihm repräsentierten Region passiert. In der von mir verfassten Pressemitteilung ging es um die Wohnungsproblematik in OWL. In Großstädten wie in Bielefeld herrscht ein großer Wohnungsleerstand. Die Aufgabe von Politik ist es, Lösungen für solche Probleme zu suchen. Obwohl die Pressemitteilungen nicht selbst von Friedrich verfasst werden, schreiben die Mitarbeiter diese nach seinen Worten. Das heißt, dass die Zitate ihn „in den Mund“ gelegt werden. Sobald eine Vorabfassung geschrieben ist, wird diese nach Berlin (in Sitzungswochen) beziehungsweise in den Büros außerhalb Berlins weitergereicht, damit Friedrich sich diese durchlesen kann. Er formuliert gegebenenfalls Verbesserungswünsche und Änderungsvorschläge. Erst, wenn er das „ok“ gibt, wird die Pressemitteilung auf seiner Seite veröffentlicht. Ebenso habe ich einen Anruf für DIE LINKE:LIPPE geschrieben, sich den Demonstrationen am Hambacher Wald anzuschließen. Dieser soll weiter gerodet werden, um den Kohleabbau des RWE Konzerns weiterhin auszubauen. Tausende von Menschen stemmten und stemmen sich weiterhin diesem Vorhaben. 

Am 20.09. besuchten ich und Kristina eine Veranstaltung an der Volkshochschule in Bielefeld. Dort gab Ulrich Schneider, der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, einen Vortrag zum Thema „Hartz IV hinter uns lassen-Für eine Neuausrichtung der Sozialpolitik“. Inhalt des Vortrages war das aktuelle Hartz-IV System sowie die Vorschläge des Paritätischen das System zu reformieren beziehungsweise zu ändern. Es ist immer interessant zu sehen, wie verschiedene Organisationen sich zu bestimmten gesellschaftlichen Themen aufstellen.

Am 21.09. durfte ich das erste Mal Friedrich bei einem Termin begleiten. Zusammen mit Manuel trafen wir im Wahlkreisbüro in Bielefeld auf zwei Vertreter des Betriebsrates von T-Systems, einem Tochterkonzern der Telekom. Diese berichteten von einem geplanten Stellenabbau seitens der Geschäftsführung und baten um Unterstützung. Friedrich sicherte ihnen seine Solidarität zu und schlug vor, das Thema im deutschen Bundestag zu thematisieren. Er bat mich eine Pressemitteilung sowie einen Vermerk zu diesem Gespräch zu verfassen. Manuel hatte sein Filmequipment dabei und machte ein kleines Video von Friedrich, in welchem er über das Gespräch berichtete. Da sitzungsfreie Woche war, ist Friedrich in ganz OWL unterwegs, um Termine und Veranstaltungen wahrnehmen zu können. Generell ist die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten in zwei wichtigen Tätigkeitsfeldern zu unterteilen. Erstens natürlich die Arbeit in Berlin während der Sitzungswochen im Bundestag und zweitens die Arbeit in dem Wahlkreis. Dies sorgt nicht selten für Arbeitszeiten von 10-12 Stunden oder sogar mehr am Tag. Insgesamt war die gesamte Woche geprägt von interessanten auswärtigen Terminen wie in Paderborn oder Bielefeld als auch von verschiedenen Tätigkeiten im Bürgerbüro in Lemgo.

Woche 3 (24.09.-30.09.) – Besuch der Außenstelle Minden und Weiterarbeit in Lemgo    

In der dritten Woche meines Praktikums arbeitete ich schwerpunktmäßig an der ÖPNV-Anfrage weiter. Mittlerweile hatten sich bereits einige Antworten von Verwaltungen im Bürgerbüro eingefunden. Jedoch gab es auch weitere Tätigkeiten. Da diese Woche wieder Sitzungswoche war, startete die Woche mit der Telefonkonferenz. Ich konnte an der Konferenz teilnehmen und berichtete von dem Treffen mit dem Betriebsrat von T-Systems, die in der Woche davor stattfand. An der Konferenz nehmen alle Mitarbeiter der Bürgerbüros, also Kristina in Lemgo, Manuel in Paderborn sowie Barbara Schmidt, die Mitarbeiterin des Wahlkreisbüros in Bielefeld und Ratsvorsitzende im Rat der Stadt Bielefeld teil. Auch Sebastian Neumann, der Mitarbeiter der Nebenstelle in Minden und Kreissprecher des Kreisverbandes Minden-Lübbecke ist an den Konferenzen anwesend. Selbstverständlich sind auch die Mitarbeiter des Berliner Büros zugeschaltet. Die Konferenz dient der Organisation der anstehenden Termine sowohl in Berlin als auch gegebenenfalls von den Mitarbeitern zu besuchende Veranstaltungen in OWL. Ebenso wird meist über Termine, welche in den letzten Wochen stattgefunden haben berichtet und ein Ausblick über die anstehenden Themen und Tagesordnungspunkte als auch Ausschusssitzungen im Bundestag gegeben. Eine typische Sitzungswoche eines Bundestagsabgeordneten beginnt meist am Montag mit der Anreise aus dem Wahlkreis. Dienstags findet die Vollversammlung der Fraktion statt. Außerdem kommen die Abgeordneten in den Arbeitskreisen ihrer Fraktion sowie mit den jeweiligen fachpolitischen Sprechern der im Bundestag vertretenden Fraktionen zusammen, um über zu behandelnde Themen zu diskutieren. Manchmal finden auch Ausschusssitzungen am Montag oder Dienstag statt, jedoch ist es eher üblich, dass am Mittwochvormittag die jeweiligen Ausschüsse im Paul-Löbe-Haus tagen. Friedrich Straetmanns ist ordentliches Mitglied im Rechts- sowie im Wahlprüfungsausschuss sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung, im Petitionsausschuss, Wahlausschuss und im Sportausschuss. In den Ausschüssen findet nämlich die eigentliche Arbeit des deutschen Bundestages statt. Die Plenumssitzungen beginnen dann am Mittwoch (außer an Haushaltswochen, dann beginnt die Woche im Plenum bereits am Dienstag) mit der Befragung der Bundesregierung um 13 Uhr. Danach geht es mit der Fragestunde weiter. Meistens schließt sich die Fragestunde an eine von einer Fraktion gewünschten aktuellen Stunde an. Donnerstags und freitags ist Plenumstag, das heißt es kommen die jeweiligen Fachexperten der Fraktionen im Plenum zusammen, um der Öffentlichkeit über ein bestimmtes Thema die Position seiner Fraktion darzulegen. Dies ist auch ein Grund dafür, wieso nicht alle Abgeordneten an Plenarsitzungen teilnehmen können, da nicht selten zeitgleich Ausschusssitzungen oder Veranstaltungen stattfinden. Der Plenartag am Donnerstag geht nicht selten bis nach Mitternacht. Freitags gehen die Debatten bis in den späten Nachmittag hinein. Es ist also leicht nachzuvollziehen, dass Abgeordnete während der Sitzungswochen einiges zu tun haben. Die Sitzungsfreie Zeit ist dann entsprechend dem Wahlkreis vorenthalten. Denn eines ist klar: Die Arbeit im Bundestag ist wichtig, die wahren Probleme sind jedoch in den Wahlkreisen zu beobachten. Der Kontakt mit den Menschen vor Ort ist einer der wichtigsten Aufgaben eines jeden MdBs. Nicht selten wird auch vom „Raumschiff Berlin“ gesprochen. Dies meint, dass das politische Berlin eine eigene Welt darstellt, charakterisiert von einem Termin nach dem anderen. Nicht jedes Thema, welches in Berlin besprochen wird, hat unmittelbar mit den Problemen in den Wahlkreisen zu tun.  

Am 25.09. erstellte ich eine Liste mit sozialen Einrichtungen, welche Friedrich in den Sitzungsfreien Zeiten besuchen kann. Manchmal werden Abgeordnete von Organisationen selbst kontaktiert oder erhalten Einladungen von Interessenvertretungen. Jedoch ist auch Eigeninitiative wichtig, um die Bekanntheit von Friedrich Straetmanns zu erhöhen und Präsenz im Wahlkreis zu zeigen. Der Schwerpunkt der zu findenden Einrichtungen waren Orte im Kreis Paderborn und Kreis Höxter, also sehr ländliche Gebiete in OWL. Ich sammelte die Kontaktdaten und Andressen von Einrichtungen wie Gewerkschaften oder Pflegeeinrichtungen, welche Kristina dann kontaktieren konnte.

Am 27.09. besuchte ich ein weiteres Büro in OWL. Ich machte mich auf den Weg nach Minden, wo sich die Außenstelle des Büros dort befindet. Sebastian Neumann ist der Mitarbeiter in Minden und unterstützt Friedrich in seiner Arbeit. Schwerpunktmäßig arbeitet Sebastian jedoch als Kreissprecher für den Kreisverband Minden-Lübbecke. Ich half Sebastian bei der Arbeit an einem Pflegestammtisch. Dieser soll Menschen aus der Region zusammenführen, um über die Probleme im Pflege-und Gesundheitsbereich reden und sich vernetzten zu können. Ich erstelle eine Liste mit möglichen Bündnispartnern, welche den Stammtisch unterstützen könnten. Schließlich durfte ich an der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes teilnehmen, wo ich auf weitere engagierte Parteimitglieder traf. Dort wurde über eine sehr vielfältige Breite an Themen von Maaßen, über die Sammlungsbewegung Aufstehen bis hin zu örtlichen und kreisweiten Inhalten gesprochen.

Am Tag danach verfasste ich ein Schreiben für alle Kreisverbände aus OWL, wo ich über die ÖPNV-Anfrage berichtete. Mittlerweile hatte ich bereits einige Infos zusammentragen können und eine grobe Analyse erstellen können. In der Partei hat sich ein Arbeitskreis mit den Namen „Konzept für den ländlichen Raum OWL“ gegründet, wo man sich über Ideen bezüglich des eventuellen Ausbaus des ÖPNV sowie seiner Probleme austauschen kann. In dem Schreiben berichtete ich über die Idee des ÖPNV-Anschreibens sowie das Motiv, so in eine sinnvolle Diskussion einsteigen zu können. Die dritte Woche meines Praktikums war wie die Wochen davor auch von sehr vielfältigen Aufgabenbereichen in Lemgo sowie dem Besuch in Minden geprägt.

Woche 4 (01.10.-07.10.) – Treffen mit ver.di und „Auswärtsspiel bei randstad“- Abschluss des Praktikums in Berlin

Die letzte Woche meines Praktikums fand in einer sitzungsfreien Woche in Berlin statt. Das bedeutete, dass ich Friedrich bei zwei Veranstaltungen begleiten konnte. Am 01.10. besuchten wir gemeinsam mit Sebastian den Arbeitskreis Reha des ver.di Bezirks OWL in Herford. Dort waren verschiedene Vertreter von Rehakliniken vertreten wie unter anderem von der Brunnen Klinik, Klinik am Korso oder Maternusklinik. Die stellvertretende Bezirksgeschäftsführerin Walburga Erichsmeier leitete den Arbeitskreis. Die Treffen sollen auf die Probleme der Rehakliniken als wichtige soziale Einrichtung neben der Altenpflege und dem Krankenhaus in der Öffentlichkeit aufmerksam machen. Friedrich Straetmanns versicherte seine Unterstützung zu und verwies auf den vom Kreisverband Minden-Lübbecke gegründeten Pflegestammtisch. Des Weiteren machte er deutlich, dass die Unterstützung von der Mitte der Gesellschaft kommen muss, damit er den dann entstehenden Druck nach Berlin tragen kann. Auch Sebastian konnte seine Einschätzung zu dem Themengebiet teilen, da er selbst als Altenpfleger im Pflegebereich an wertvoller Erfahrung verfügt. Friedrich bat mich, eine Pressemitteilung zu dem Treffen zu schreiben, um seine Teilnahme an dem Termin der Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Am nächsten Tag begleitete ich Friedrich zusammen mit Barbara, der Mitarbeiterin aus Bielefeld, in eine Veranstaltung an der Herforderstraße unweit des Bielefelder Hauptbahnhofs. Friedrich erhielt eine Einladung von randstad, einer Zeitarbeitsfirma dort, welche arbeitssuchende Menschen an Unternehmen vermittelt. Friedrich bezeichnete diesen Termin als „Auswärtsspiel“, um auf die doch sehr kritische Haltung seiner Partei bezüglich der Leiharbeit aufmerksam zu machen. Doch genau diese Tatsache machte das Gespräch enorm spannend. Friedrich und Barbara machten deutlich, dass Zeitarbeit die absolute Ausnahme sein sollte und schlugen eine Übergangszeit von drei Monaten vor, wonach befristet Beschäftigte in unbefristete Beschäftigung kommen sollte. Dies stieß jedoch auf Ablehnung auf Seiten der Vertreter von randstad. Es gab jedoch auch Überschneidungspunkte. So schlugen beide Seiten eine bessere Ausstattung des Zolls vor, um vor unrechtmäßiger befristeter Beschäftigung vorgehen zu können. Auch zu diesem Treffen schrieb ich eine Pressemitteilung, welche ich im Wahlkreisbüro in Bielefeld verfasste. Nach dem Treffen begleitete ich nämlich Barbara in ihr Büro an der August-Bebel-Straße. Somit habe ich alle Büros in OWL besuchen können. 

 

Die Reise in Berlin vom 04.10.-06.10.

Jedem Abgeordneten stehen maximal drei sogenannte Wahlkreisfahrten im Jahr zu, welche vom Presse-und Informationsamt der Bundesregierung organisiert werden. Ich nahm gemeinsam mit meinem Vater an dieser Reise teil. Die Fahrt nach Berlin bot zum Abschluss des Praktikums die optimale Gelegenheit, ein wenig vom politischen Berlin zu erfahren. Insgesamt nahmen über 40 Teilnehmer teil, darunter Kristina, welche die Reise organisiert hat, als auch Sebastian. Gegen 9 Uhr fuhren wir mit dem ICE vom Bielefeld Hauptbahnhof nach Berlin. Dort wurden wir von einem Bus der Firma BVB/BEX abgeholt. Wir genossen am ersten Tag eine Stadtrundfahrt durch das Regierungsviertel von Berlin und nahmen an einem Informationsgespräch beim Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes teil. Am Abend bezogen wir dann das Hotel. Wir wurden für die kommenden drei Tage im Novum Hotel City B an der Postdamer Straße untergebracht.

Der 5.10. war das Highlight der Reise. Die Gruppe besuchte das Reichstagsgebäude, wo wir den Plenarsaal sowie die Kuppel besichtigen konnten. Auf der Besuchertribüne gab es einen Vortrag über die Aufgaben und die Arbeit des Parlaments. Anschließend gab es eine Diskussion mit Friedrich Straetmanns im deutschen Bundestag. Auf der Kuppel folgte ein Fototermin aller Teilnehmer der Reise. Interessant war, dass der Plenarsaal des deutschen Bundestages im Fernsehen deutlich größer aussieht als wenn man diesen selbst mit eigenen Augen besichtigt.

Weiter ging es nach dem Mittagessen im BERLIN Pavillon mit einem Informationsgespräch in der Bundesgeschäftsstelle der Partei DIE LINKE an der Kleinen Alexanderstraße 28. Dort ist das Karl-Liebknecht-Haus untergebracht, wo die Partei ihre Zentrale besitzt. Wir diskutierten über die Geschichte des Hauses sowie über die Arbeit der Partei DIE LINKE generell. Dies war eine interessante Möglichkeit hinter den Kulissen der Parteiarbeit zu sehen. Abgeschlossen wurde der Tag mit der Führung im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit an der Britzer Straße.

Am letzten Tag der Reise besichtigten wir den Friedhof der Märzgefallen. Die Märzgefallen waren Freiheitskämpfer, die ihr Leben im Zuge der Revolution von 1848 im Kampf eines bürgerlich geprägten gesamtdeutschen Nationalstaats ließen. Hier wurde über ein wichtiges Stück deutscher Geschichte unterrichtet, welche mit dem Schwerpunkt der Revolutionsgeschehnisse in Berlin die Wirren der Auseinandersetzungen näherbringen wollte, was nach meiner Ansicht gelungen ist. Weiter ging es mit dem Besch der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitsscheidplatz, welches durch den Terroranschlag von Anis Amri traurige Bekanntheit erlang. Den letzten Programmpunkt gab es dann im Aliierten-Museum an der Clayalle, wo über das besetzte Berlin nach dem zweiten Weltkrieg unterrichtet wurde.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Reise wichtige und interessante Einblicke in das politische Berlin bot. Loben muss man an dieser Stelle das Bundes-und Informationsamt der Bundesregierung, welche das Programm erstellt hat sowie Kristina Rein, die die Reise organisiert hat. Auch Toni, welcher unserer Stadtführer war und uns mit seinem Know-how die Stadt Berlin erklärte, wird Dank gezollt.


Abschließende Worte

Ich möchte mich abschließend bei allen Mitarbeitern der Büros in OWL bedanken, die mich während meines Praktikums begleitet haben. Namentlich sind das Sebastian Neumann aus Minden, Manuel Leyva aus Paderborn sowie Barbara Schmidt aus Bielefeld. Besonders möchte ich mich bei Kristina Rein bedanken, welche mich in Lemgo während der drei Wochen dort bei Fragen unterstützt hat. Selbstverständlich bedanke ich mich auch bei Friedrich Straetmanns, welcher das Praktikum im Bürgerbüro in Lemgo erst möglich gemacht hat. Während der vier Wochen habe ich wertvolle Erkenntnisse über die Arbeit in den Bürgerbüros sammeln können. Der Fokus der Öffentlichkeit liegt immer im politischen Berlin, jedoch wird schnell vergessen, dass die Abgeordneten von tausenden von Mitarbeitern in den jeweiligen Wahlkreis-und Bürgerbüros unterstützt werden. Ohne die Unterstütztung dieser Mitarbeiter könnten die Bundestagsabgeordneten ihre Arbeit nicht verrichten. Ich ermutige jeden, der die Chance hat bei einem Politiker ein Praktikum zu absolvieren, diese wahrzunehmen. Die Erkenntnisse werden einen auf jeden Fall weiterhelfen.


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