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Protest gegen die Tönnies-Erweiterung mit Friedrich Straetmanns (Archiv)

Pressemitteilung Friedrich Straetmanns, MdB

Tönnies muss seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden!

Zu den vermehrt auftretenden Coronainfektionen bei Arbeitenden in der Fleischverarbeitungsindustrie erklärt Friedrich Straetmanns, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Bielefeld-Gütersloh:

"Das Kreisgesundheitsamt Gütersloh muss jetzt dringend verstärkt den Hauptstandort der
Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück und die Unterkünfte der Werkvertragsarbeitenden auf
die Wahrung des Infektionsschutzes kontrollieren. Die Arbeitenden und die Öffentlichkeit
selbst haben Anspruch darauf, schnellstmöglich einen Überblick über die Infektionslage zu
bekommen. Ich erwarte eine umfassende Kooperation des größten Schlachtkonzerns
Deutschlands mit den Kreismitarbeitenden. Denn nur so kann sich Tönnies vom Generalver-
dacht befreien. Dabei bietet sich die Nutzung der firmeneigenen Labore für Corona-Tests natürlich an. Jedoch muss die Unabhängigkeit der Kontrollbehörden gewahrt bleiben. Der Bock darf nicht zum Gärtner gemacht werden.

Für Großkonzerne wie Tönnies, die für die eigene Profitmaximierung das ausbeuterische Sys-
tem der Werkvertragsarbeitenden erst groß gemacht haben, gelten die gleichen Regeln wie
für andere Unternehmen. Seit Jahren weisen wir Linke auf das allgemeinwohlschadende Geschäftsmodell der Massentierhaltung hin, seit Jahren macht Tönnies Negativschlagzeilen mit Arbeitsrechtsverstößen und menschenunwürdiger Unterbringung Werkvertragsmitarbeitender.

Corona führt uns nun die negativen Auswirkungen dieses perfiden Systems auf unser Gemeinwohl noch einmal in einer neuen Dimension vor Augen. Politik und Behörden sind nun
aufgefordert, zügige und strenge Kontrollen von unabhängiger Seite durchzuführen. Aber
auch nach der Corona-Krise müssen dringend strengere Kontrollen in der Fleischindustrie
beibehalten werden. Ein hochprofitabler Konzern wie Tönnies trägt Verantwortung für das
Handeln seiner Subunternehmen sowie für die Menschen, die tagtäglich unter härtesten
psychischen und physischen Bedingungen Tiere schlachten. Eine Missachtung dieser Verantwortung macht Tönnies zum Corona-Risiko für Ostwestfalen-Lippe."


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