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Friedrich Straetmanns, MdB

Brief an den Mindener Landrat bzgl. Mühlenkreiskliniken

Zur Debatte um die Neuordnung der Mühlenkreiskliniken hat Friedrich Straetmanns einen offenen Brief an den Mindener Landrat Dr. Niermann geschrieben. Die gesundheitliche Grundversorgung vor Ort muss erhalten und nicht eingespart werden.

Offener Brief vom 26. Juni 2018:

Sehr geehrter Herr Landrat,

die Debatte um die Neuordnung der Mühlenkreiskliniken versetzt nicht nur die Bevölkerung des Kreises Minden-Lübbecke, sondern auch die Politikerinnen und Politiker, die für ihre Interessen einstehen, in Besorgnis.

Der Kreis Minden-Lübbecke zählt rund 315.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Struktur des Gebiets ist überwiegend ländlich mit einem unzureichend ausgebauten ÖPNV-Netz. Auf eine wohnortnahe medizinische Versorgung sind die Menschen somit angewiesen. Eine Umwandlung des Klinikums Rahden vom Haus der Grundversorgung zu einer Fachklinik der Psychosomatik und Suchtmedizin käme der grundlegenden Versorgung der Menschen, für die Sie als Landrat verantwortlich sind, nicht mehr nach.

Auch der Verlust der Geburtshilfe und gynäkologischer Abteilungen an den Standorten Lübbecke und Bad Oeynhausen sind untragbar. Das Johannes-Wesling-Klinikum in Minden ist sowohl aus Lübbecke als auch aus Bad Oyenhausen erst nach einer halbstündigen Autofahrt erreichbar. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln braucht sich eine schwangere Frau erst gar nicht auf den Weg zu machen. Nicht unpassend lautete da der Kommentar einer Leserin „Schnell noch entbinden, bevor die zumachen“.

Das, sehr geehrter Herr Landrat, ist keine familienfreundliche Politik.

Vor genau einem Jahr hieß es aus dem Vorstand der Mühlenkreiskliniken, dass ein Überschuss von 6,1 Millionen Euro erwirtschaftet wurde. Und das obwohl eine Anstalt des öffentlichen Rechts gar kein Interesse an Gewinnorientierung haben dürfte. Überschüsse, und so wäre es auch im Falle der Mühlenkreiskliniken zu erwarten gewesen, müssen in die Verbesserung der Versorgung investiert werden. Doch wie der Bericht von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Krankenhäuser in Rahden und Lübbecke vom März dieses Jahres zeigt, ist genau dies nicht geschehen: die Personal wird abgebaut, die Belastung steigt, die Überstunden sind nicht einmal mehr nachzuverfolgen. Wenn 37 Patientinnen und Patienten in Rahden von nur einer Pflegekraft versorgt werden, dann müsste sich der Vorstand der Mühlenkreiskliniken viel mehr mit der Behebung dieses Missstands befassen. Die Streichung der Grundversorgung kann da nicht die Lösung sein. Denn 37 Patientinnen und Patienten pro Pflegekraft und Nacht belegen deutlich, dass diese dringend notwendig ist. Mehr noch: sie muss dringend ausgebaut statt durch Schließungen verringert werden.

Dass die Diskussion um die Veränderungen endlich öffentlich geführt wird, ist zu begrüßen.

Ich bitte Sie herzlich, diese Diskussion so zu gestalten, dass die Interessen der Bevölkerung des Mühlenkreises primäre Beachtung finden. Mit der Protestliste, die bereits tausende Menschen unterschrieben haben, haben sie deutlich gemacht, dass sie nicht bereit sind zu akzeptieren, dass die gesundheitliche Versorgung weiter ausgedünnt wird. Vor allem das Klinikum Rahden muss ein Haus der Grundversorgung bleiben.

 

Mit freundlichen Grüßen

Friedrich Straetmanns

Verwandte Links

  1. NW-Artikel vom 5. Juni 2018 - Klinik-Vorstand schockt Rahden