Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen
#SolidarischNichtAlleine (Bild: DGB)

Pressemitteilung Friedrich Straetmanns, MdB

1. Mai 2020: Tag der Arbeit und Solidarität

Zum ersten Mal seit der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) 1949 wird es 2020 keine Demos und Kundgebungen auf Straßen und Plätzen zum Tag der Arbeiter*innenbewegung am 1. Mai geben. Denn in Zeiten von Corona heißt Solidarität: mit Anstand Abstand halten. Dazu Friedrich Straetmanns an alle Kolleginnen und Kollegen:

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Der 1. Mai ist der Kampftag der Arbeiter*innenbewegung. Zum ersten Mal seit 130 Jahren wird der Tag in diesem Jahr ohne Demonstrationen und Versammlungen der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaften ablaufen. Alles aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung des Corona-Virus. Solidarität heißt dieses Mal: Abstand halten. Doch weiter gilt: Gemeinsam sind wir stark!

Die Corona-Krise hat gezeigt: Ohne die Beschäftigten geht es nicht. Gesundheit, Pflege, Landwirtschaft, Arzneimittel und Medizintechnik, Einzelhandel, Reinigungskräfte Logistik und Postzustellung – das ist systemrelevant. Aber so werden diese Beschäftigten, in der Mehrzahl Frauen, leider nicht bezahlt.

Statt einer stabilen und existenzsicheren Regelung für den Einkommensausfall von Beschäftigten sorgte sich die Bundesregierung in erster Linie um den Verlustausgleich großer Unternehmen.

Selbstverständlich muss die Bundesregierung alles tun, um Arbeitsplätze zu erhalten und die Lebensgrundlage der Menschen zu sichern.

Bei der vollen Erstattung von Arbeitgeber-Abgaben im Zuge der Kürzung eines Drittels der Arbeitnehmer-Nettolöhne scheint es der Bundesregierung aber nicht um die Lebensgrundlagen der Menschen gegangen zu sein. Zu niedrige Kurzarbeitergelder und Sonderzahlungen, bei denen wochenlang gestritten wird, wie sie finanziert werden, sind weniger eine Anerkennung an die ‚Helden‘ als viel eher das Eingeständnis von jahrelang ausgebliebenen Gehaltserhöhungen. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb Vermögende trotz Krise Dividenden ausgezahlt bekommen, aber Kurzarbeiter*innen aus dem Niedriglohnsektor Hartz IV beantragen müssen, um zu überleben.

Wir erleben eine Krise, die nur gemeinsam bewältigt werden kann. Und gerade deshalb ist es mir ein Anliegen deutlich zu machen, dass es nicht die Entscheidungen von Politikerinnen und Politikern sind, die das Land vor einer Katastrophe bewahren. Es ist die Leistung der Beschäftigten, die trotz ausfallender Betreuungsmöglichkeiten ihre Kinder versorgen und parallel ihre Arbeit erledigen.

DIE LINKE kämpft mit den Beschäftigten und ihren Gewerkschaften. Für Arbeit, die zum Leben passt. Für eine Gesellschaft, in der Menschen vor Profite gehen.

Für den Schutz und die Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern werde ich mich im Bundestag weiterhin einsetzen. Für den Tag der Arbeit wünsche ich Ihnen allen viel Kraft für die täglichen Herausforderungen der Arbeitswelt. Bleiben Sie gesund.

Mit solidarischen Grüßen

Friedrich Straetmanns, MdB


Aufruf des DGB zum 1. Mai 2020: Solidarisch ist man nicht alleine!